Wie wasserdurchlässig sind Gummiplatten aus Gummigranulat?
Platten aus PU gebundenem Gummigranulat sind offenporig aufgebaut. Das Wasser läuft nicht durch das Gummi selbst, sondern durch die Hohlräume zwischen den verklebten Körnern. Wie viel eine Platte durchlässt, hängt deshalb davon ab, wie dicht das Korngefüge gepresst ist. Ausschlaggebend sind dafür Siebkurve und Pressdruck.
Bei geringem Pressdruck liegen die unregelmäßig geformten Körner locker nebeneinander, zwischen ihnen bleiben zusammenhängende Poren und feine Kanäle offen. Wasser durchströmt eine solche Platte senkrecht nach unten. Ein akkreditiertes Institut hat nach DIN EN 12616 auch nach vier Wochen Bewitterung mehr als 1.100 Liter pro Quadratmeter und Stunde gemessen. Mit hohem Pressdruck gefertigte Platten liegen dagegen nahezu lückenlos aneinander und lassen kaum noch Wasser durch. Der jeweilige Wert steht als Vergleichswert in der Produktbeschreibung.
Eine frisch verlegte Fläche nimmt das Wasser in den ersten Tagen langsamer auf, als der Messwert erwarten lässt, weil die Kornoberflächen zunächst schlecht benetzbar sind. Es ist wie bei einer neuen Regenjacke. Nach einigen Tagen Nutzung erreicht der Belag seine volle Wasserdurchlässigkeit, ein Abschrubben mit etwas Spülmittel beschleunigt das.
Der Prüfbericht lässt sich bei Baubehörden als Nachweis der Wasserdurchlässigkeit einreichen. Wie eine Fläche eingestuft wird, hängt allerdings vom gesamten Aufbau ab. Nur wenn auch die Tragschicht darunter Wasser aufnimmt, versickert der Niederschlag durch den Belag in den Boden.